Rurouni Kenshin 2 und 3

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9. Juni 2016 von Wattong

Ich hatte den ersten Teil schon hier rezensiert, doch nun habe ich auch die beiden Fortsetzungen „Kyoto Inferno“ und „The Legend Ends“ der Realumsetzung von Kenshin gesehen, die auch möglichst dicht hintereinander geschaut werden sollten. Wenn man das denn will. Aber vorab zur Einstimmung erstmal ein Trailer stellvertretend für beide Filme:

Japan ist immernoch im Umbruch und versucht seine neue Regierung zu festigen, doch nach den Ereignissen des ersten Films ist Kenshin erst einmal sesshaft geworden. Allerdings ist es mit der Ruhe schneller vorbei als gedacht. So tritt der neue Innenminister an Kenshin heran und bittet ihn um Hilfe. Makoto Shishio, Kenshins Nachfolger als Attentäter, sollte an sich nach dem Sieg über das Shogunat getötet werden um das Gesicht der neuen Regierung zu wahren, überlebte das Attentat und die anschließende Verbrennung allerdings und sinnt nun nach Rache. Zusammen mit einer kleinen Armee und ein paar sehr fähigen Kämpfern, plant er die Regierung zu stürzen und Chaos über Japan zu bringen. Kenshin lehnt erst ab, doch als der Innenminister ermordet wird erkennt er, das er das schützen muss, wofür er als Attentäter gekämpft hat. Er macht sich auf nach Kyoto, um Shishio zu stellen, muss aber feststellen, das er als Mann, der nicht mehr töten will, seinen Gegnern nicht gewachsen ist. Doch zum Glück ist er nicht mehr allein.

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Mir fällt es schwer den Film zu bewerten, ohne ihn direkt mit dem Manga und dem Anime zu vergleichen, die mir beide sehr ans Herz gewachsen sind. Optisch ist der Film sehr gut und auch die Schwertkämpfe sind ausgezeichnet umgesetzt bzw. gut in das Reale transferiert worden. Logischerweise haben die Kämpfe nichts mehr mit den animierten Kämpfen gemein, die ganzen Spezialattacken können zwar erkannt werden, sind aber völlig unkommentiert. Das Ganze weicht einer rasanten und akrobatischen Choreografie die in meinen Augen wie auch im ersten Teil gut unterhält.

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Die Handlung, die den sogenannten Kyoto Storybogen umfässt, ist natürlich sehr zusammengeschnitten für die beiden Filme, schafft es aber dennoch sich an der umfangreichen Vorlage zu verzetteln. Für Fans der Comics ist es vermutlich spannend all die bekannten Charaktere zu sehen, bringen aber für das Gesamte keinen Nutzen, sondern sorgen eher dafür, daß das Wesentliche einfach nur zu oberflächlich behandelt wird. So hätte man die Geschichte um Shinomori Aoshi komplett weglassen können um im Gegenzug Shishios Ränkespiel zu vertiefen oder zumindest ein paar der Gefolgsleute (allen vorran Seta Soujiro, aber auch auf Kenshins seite Kaoru oder Sanosuke) etwas mehr Tiefe und Motivation oder gar Charakter zu geben.

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Was mir letzlich weniger gefällt, ist das bei der ganzen Realisierung (im wahrsten Sinne des Wortes), der Humor völlig über Bord ging. Ersetzt wurde er durch Pathos, was dem Ganzen eigentlich das nimmt, was meiner Meinung nach Kenshin ausmacht. Denn der Mix aus Drama und Komödie lässt die Serie erst besonders werden, haucht ihr das leben ein. Es ist eine ganze Seite von Kenshin die im Film fast vollständig fehlt. Denn ist er zwar Attentäter, ein knallharter Kämpfer, so spielt er oft den Narren, weil er lieber ein Narr wäre. Und diese Zerrissenheit ist das, was die ihn so besonders macht.

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Was seinen Freunden alles fehlt, davon will ich gar nicht erst anfangen. Kaoru ist zu einer schüchternen Pflanze geworden, der jegliches Feuer und Kampfgeist fehlt, bei der man sich fragt, was Kenshin an ihr überhaupt findet (das sie Kenshin gut mal den Marsch geigt wie in der Vorlage mal ganz zu schweigen). Sanosuke ist nur noch ein fluchender Streithammel, der in keinster Weise dem Sanosuke gerecht wird, der zu Kenshins meist vertrautem und geschätzen Kampfgefährten wird. Yahiko und Megumi sind wahrlich nur Deko.

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Ich habe es (an zwei Abenden) durchgeschaut, 4,5 Stunden Hin- und Hergerissenheit und muss sagen, für jemanden der Kenshin nicht kennt, vielleicht ein ansehlicher Film. Die guten Schwertkämpfe und die allgemein gute Optik wissen zu gefallen und zu unterhalten. Aber wer Kenshin kennt, wird vermutlich auch nicht ganz so glücklich damit werden wie ich.

Für beide Filme zusammen 5/10 Punkte

IMDB:

Teil 2: 7,7/10

Teil 3: 7,6/10 (09.06.2016)

 

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